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Donatuskirmes

Im Artikel zur Historie der Gemeinde Willwerscheid wurde das Patronatsfest des Kirchenheiligen „St. Donatus“ angesprochen. Es wird auch heute noch als Dorfkirmes im August gefeiert.

1951 erschien in der Trierischen Landeszeitung hierzu folgender Artikel:

 

Donatuskirmes in Willwerscheid

Nach 150 Jahren wird das Dorffest erstmals wieder im Sommer begangen.

Warum hat man die Kirmes verlegt?

Willwerscheid. Eine der kleinsten Gemeinden im Kreise Wittlich – Willwerscheid mit etwas über 50 Einwohnern – feiert morgen seine Donatuskirmes. Das ist für das Dorf ein Ereignis, denn in diesem Jahre wird das Dorffest wieder auf den Tag gegangen. Das war seit Generationen nicht mehr so gehalten worden. Die Gründe, die ehedem zu einer Verlegung der Kirmes geführt hatten, sind überliefert. Sie sind in einer furchtbaren Tat zu suchen, die sich vor etwa 150 Jahren abgespielt hat.

Es war die Zeit, in der Räuberbanden unser Heimatgebiet unsicher machten. Eines Sommers, kurz vor der Kirmes, als die Männer von Willwerscheid mit Erntearbeiten auf dem Feldern beschäftigt waren, drangen finstere Gesellen am hellichten Tag in das Dorf ein, um es zu plündern. Der Versuch schlug aber fehl. Durch die Hilferufe der Frauen aufmerksam gemacht, eilten die Männer ins Dorf und schlugen die Räuber in die Flucht. Die Freude über diesen Erfolg währte indes nicht lange, sondern schlug bald in einen panischen Schrecken um. Denn noch in der gleichen Nacht suchte das räuberische Gesindel das schlafende Dorf erneut auf und steckten es aus Rache über ihren Fehlschlag in Brand. Das Feuer fand an den damals strohgedeckten und eng zusammengebauten Häusern reiche Nahrung und breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Das halbe Dorf wurde vernichtet. Dier Schicksalsschlag traf die Willwerscheider so schwer, daß sie die bevorstehende Kirmes absagten und auf einen späteren Termin verlegten. So hielt man es dann auch fürderhin.

Von nun an will man aber das Dorffest wieder auf Donatus feiern. In Willwerscheid hat man entsprechend gerüstet. Aber nicht nur die Familien sondern auch der Kegelklub „Gut Holz“ hat Vorbereitungen getroffen. Der Klub hat ein Preiskegeln arrangiert, bei dem die versierten Kegelbrüder auf ihre Kosten kommen sollen. Auch ein Festzelt wurde aufgebaut und steht bereit frohe Dorfbewohner und Besucher aufzunehmen. Die Willwerscheider hoffen auf günstiges Wetter und erwarten zahlreiche Gäste, die zwar nicht – wie einstens die Fremden – die Brandfackel, sondern dafür umso eifriger das Tanzbein schwingen wollen.